Geht Ihnen das auch so? Sie sollen sich Kennwörter für dutzende Internetdienste merken, dabei nicht den Namen des Lieblingsneffen oder der Katze verwenden, auch nicht Ihr Geburtsdatum oder das Ihres Idols? Und komplex soll es auch sein, gemischt aus Buchstaben und Zahlen, am besten noch mit Sonderzeichen garniert. Und schön brav für alle Dienste unterschiedliche Kennwörter verwenden, damit bei einem Passwortklau oder einem Hackerangriff auf einen Dienst aus einem GAU kein Super-GAU entsteht. Welcher Gedächtniskünstler soll das schaffen?

Brain_Questionmark

Ein Ausweg ist die Nutzung eines Kennwortmanagers, entweder als Software/App oder schnöde auf Papier. Die beiden Varianten haben allerdings einen Haken:

Password-Manager wie KeePass oder Password Safe erfordern eine Einarbeitung, auch müssen Sie bereit sein, dem Anbieter bzw. Programmierer zu vertrauen.

Notieren Sie Ihre Kennwörter auf Papier, müssen Sie sie bei jeder Nutzung abtippen. Sind die Kennwörter ausreichend komplex, nervt die Eingabe schon bei der Eingabe am PC. Richtig eklig wird die Variante, wenn Sie ein Kennwort am Mobiltelefon eingeben wollen.

Hier setzt die Methode ein, wie Sie sichere Kennwörter verwenden können, die sich leicht merken oder wenigstens gut ablesen und eintippen lassen. Der Trick besteht darin, als Kennwort kein Wort, sondern einen Satz – genauer: eine Aneinanderreihung von Wörtern – zu verwenden. Die mathematischen Hintergründe sind hier gut beschrieben: Password Strength/Entropy: Characters vs. Words
Knapp erklärt basiert die Idee darauf, dass es 2 Faktoren gibt, von denen es abhängt, wie leicht ein Kennwort zu knacken ist: Die Länge des Kennwortes und die Größe des Zeichenvorrates. Nutzt man ein Kennwort, das kurz ist, aber aus vielen Sonderzeichen, Zahlen, aus Klein- und Großbuchstaben besteht, ist die Qualität ähnlich gut wie die eines Kennwortes, das ausschließlich aus Kleinbuchstaben besteht, dafür aber länger ist.

Bsp.

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Welches Kennwort können Sie sich besser merken? Und welches würden Sie lieber am Handy eingeben?

Auch wenn der Satz überhaupt keinen Sinn ergibt, werden Sie feststellen, dass Sie ihn bereits nach wenigen Eingaben nicht mehr komplett abtippen müssen, sondern ein kurzer Blick genügt, um ihn wieder präsent zu haben. Schreiben Sie sich Ihre so generierten Kennwörter in einem Notizbuch oder einfach auf einen Zettel, den Sie im Geldbeutel unterbringen, auf.

Wenn es Ihnen darüber hinaus gelingt, sich Bilder vorzustellen, die ein solcher Kennwortsatz beschreibt, wird es spielend einfach. Geniale Hintergründe und Praxistipps zu dieser Technik finden Sie im Buch Stroh im Kopf von Vera F. Birkenbihl.

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